Reisetagebuch – Singapur – Tag 5

Netterweise durfte ich bis halb 10 Uhr ausschlafen, da unser letzter Trainingslehrgang erst nach einem Advanced Kurs anstehen sollte. Also habe ich nach einer etwas anstrengenden, da äußerst kalten Nacht, ein entspanntes Frühstück mit meinem Tauchbuddy eingenommen. Alle anderen waren bereits unterwegs. Wer sich nun fragt, wie es sein kann, dass man in Malaysia nachts friert, der stelle sich folgende Situation vor:

Ein kleiner Bungalow am Strand und eine Klimananlage mit zwei Einstellungen (AN/AUS). Schaltet man nun die Klimaanlage aus wird es so lange kälter, bis die maximale Kühlleistung erreicht ist. Schaltet man die Klimaanlage aus, kommen die Mosiktos durch die Ritzen in den Wänden (wo die Klimaanlage eingebaut ist) in den Bungalow. Da in dem Bungalow auch Frauen übernachteten, kann sich jeder ausrechnen, warum ich gefroren habe, denn auf 16 Grad war ich nicht wirklich vorbereitet.

Irgendwie überlebte ich die Nacht und war im Nachhinein glücklich doch ein T-Shirt mehr eingepackt zu haben, als ursprünglich geplant und als sich die Regenwolken langsam verzogen, versprach es ein angenehmer Tag zu werden.

Dieses mal standen die letzten Übungen auf dem Programm, dabei von mir besonders gefürchtet das „Mask Removal“ (entfernen und wieder aufsetzen der Tauchermaske). Aber auch das lief überraschend gut. Allerdings brauchte ich für den ersten Abstieg einige Versuche, da ich mit dem Druckausgleich nicht sofort zurecht kam. Später stellte ich fest, dass ein Großteil der Probleme von einer zu engen Tauchmaske kamen und der Druckausgleich relativ gut funktionierte. Das ist der Vorteil wenn auch erfahrene Taucher an den Übungstauchgängen teilnehmen, die man zur Not auch mal auf Deutsch etwas fragen kann. Jedenfalls waren mein Tauchbuddy und ich nun mit den praktischen Prüfungen fertig und konnten uns nun an den ersten richtigen Tauchgang wagen.

Der erste Freedive folgte dann gleich nach dem Mittagessen auf Ringgis zusammen mit einem Pärchen das ihren advanced Tauchschein an dem Wochenende gemacht hatet und zwei Erfahrenen Tauchern. Wir waren also 4 Schüler und 3 Profis, super Bedingungen für einen Tripp hinaus aufs Meer.

Ringgis ist die vom Ressort aus nächstgelegene Insel. Eigentlich nur ein Stein mit zwei oder drei Bäumen drauf, dafür aber mit einem großen Riff und auch für Anfänger gut geeignet, da nicht tiefer als 15 Meter. Dort durften ich dann auch das erste mal das bekannte Eintauchmanöver mit dem Rücken voran aus dem Boot ausprobieren und ich habe es geschafft, mir dabei nicht den Kopf einzuschlagen und sicher im Wasser anzukommen.

Da ich meine Maske dieses mal etwas lockerer eingestellt hatte, verspürte ich auch keine Kopfschmerzen mehr, was das Tauchen doch extrem angenehmer gestaltet. Einziger Nachteil war, dass meine Maske beinahe zu locker war, so dass ich hin und etwa alle zehn Minuten das Wasser aus der Maske entfernen musste, aber spätestens nach dem „Mask Removal“ wusste ich ja nun wie das ging.

Im Vergleich zum Hausriff, um das wir nach den beiden letzten Trainingsstunden noch eine Runde gedreht hatten, gab es hier sehr viel mehr zu entdecken. Zwar gab es auch am Hausriff mehrere Anemonenfische (Nemo 😉 ) und Paletten-Doktorfische (Dorie 😉 ) und einmal haben wir sogar eine Schildkröte vorbei ziehen sehen, aber hier gab es sehr viel mehr Korallen und somit auch Fische die dort leben.

Neben einem Barracuda und diversen kleinen Fischen und Fischschulen, haben wir auch einen Cuttlefish (echten Tintenfisch) gesehen.

Außerdem hatten wir auch so jede Menge Spaß, wie man an dem folgenden Bild sehen kann:

Aber auch der letzte Tauchgang war dann irgendwann zu Ende und gegen Nachmittag machten wir uns nach dem obligatorischen Gruppenfoto auf den Heimweg.

Dieses mal kam die Fähre 16:30 Uhr ++, das heißt gegen halb sieben. In der Zwischenzeit füllte unser Tauchlehrer die temporären Tauchscheine und PADI-Formulare aus und ergänzte unsere Tauchlogbücher, während wir im „Hafen“ einen Kaffee trinken gingen.
Die Rückfahrt war relativ unrruhig, da wir in ein Gewitter gerieten, aber die Fähre war groß genug, so dass wir nur etwas durchgeschüttelt wurden. Danach machten wir noch einen Abstecher zum Prata-Essen mit der ganzen Tauchgruppe, bevor es wieder Richtung Grenze ging.

Dieses mal waren wir nur drei Personen auf der Rückbank und unser Fahrer nicht ganz so müde wie auf der Hinfahrt. Trotzdem war die Musik relativ laut, aber so richtig schlafen konnte ich sowieso nicht. Dann mussten wir noch eine Weile an der Grenze anstehen, obwohl es schon nach Mitternacht war und ich musste dann noch das Zollformular ausfüllen, da mein altes mir bei der Ausreise abgenommen wurde.
An der MRT-Station Woodlands trennte sich dann die Gruppe und da keine Bahnen mehr fuhren (es war halb 2), mussten wir mit dem Taxi nach Hause. Etwas verstörend fand ich nur, dass der Taxifahrer (der so um die 70 gewesen sein muss) als „Handsome Guy“ bezeichnete. Auch wenn das sicherlich nett gemeint war, war ich doch etwas verwirrt.

Gegen 2 Uhr waren wir dann zu Hause, ich konnte ja zum Glück ausschlafen, bevor ich am nächsten Tag meine erste richtige Tour durch Singapur antreten würde.

———————————————
* Ich möchte mich am Ende  noch bei Familie Moench für die Fotos, insbesondere die Unterwasserfotos bedanken.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Privat, Reisen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s