Reiseteagebuch – Singapur – Tag 1.5

So, der erste Tag war also um und ich saß noch immer in Doha Quatar auf dem Flughaten und wartete. Da ich seit dem Mittagessen im Flugzeug nicht wirklich etwas zu mir genommen hatte, bis auf die paar Sargnägel und ein paar TicTacs, beschloss ich meine Kreditkarte zu testen und Essen zu gehen. Lustigerweise gab es auf dem Flughafen kein McDonalds und kein Burger King, nicht einmal eines der anderen 1000 üblichen Fast-Food-Restaurants. Allerdings gab es etwas vergleichbares mit arabischen Speisen. Ich war neugierig und so bestellte ich „Lamb Chop Kabab“. Nach einer kurzen Wartezeit in der ich begann Cluster von Stereotypen deutscher Asientouristen zu bilden und gedanklich ein Malen-Nach-Zahlen über die Menge der Tische im Restaurant machte, wobei ich vermutlich deutsche Touristen mit gedachten Linien verband, kam dann auch irgendwann mein essen, leider bevor ich eine besonders auffällige Struktur entdecken konnte.

mein Abendessen in DohaLeider kann ich nicht behaupten, dass es besser schmeckte als es aussah. Eher schmeckte es so verbrannt wie es aussah und die Pommes waren auch eher durchschnittlich. Sehr überdurchschnittlich war dafür der Preis von 89 Quatar-Riyal, ungefähr 18€.

Nach dem Essen versuchte ich es dann mit dem Ruhebereich. Allerdings war das eher ein ähnlicher Reinfall wie das Essen. Zum Einen war der Bereich nur durch ein Geländer vom Rest des Terminals separiert und direkt daneben befand sich das einzige Café im Transitbereich, was man alles in allem nicht gerade eine ruhige Lage nennen kann. Zum Anderen gab es das gleiche wie überall: Kleine anti-autorithär erzogene Kinder die neben Mama auf ihrer Liege lagen und gefühlte 20 Mal ihre Spielzeugautos von der Liege auf den Fliesenboden fallen ließen, bis Mama das erste mal böse gucken musste und die kleinen nach weiteren 50 Fallübungen das Spielzeugauto an Mama aushändigten. Natürlich nur um gleich darauf mit dem zweiten Spielzeugauto das Prozedere noch einmal zu beginnen, um zu überprüfen, ob Mama immer noch geduldig bei ihrer anti-authoritären Haltung blieb. Oder auch ein anderer Klassiker, die junge Dame die ihr Handy in einem Dutzend Klingeltönen erklingen lassen konnte und das im Minutentakt und als ihr klar wurde, dass dieses Verhalten von den umgebenen Menschen eventuell nicht so gern gesehen ist, das Handy in der Handtasche verschwinden ließ, wo es dann gedämpft weiter vor sich hin klingelte. Dazu natürlich die obligatorische deutsche Seniorin, die sich über all das lautstark aufregt.

Ich beschloss zu lesen und dankte einmal mehr meiner Eingebung, vor der Reise einen neuen MP3-Player gekauft zu haben. Mit Nightwish auf voller Lautstärke (nein von außen nicht hörbar), verschwamm das alles zu einem ruhigen Hintergrundrauschen und ich konnte wenigstens ein paar Zeilen lesen.

Beim Verlassen des Ruhebereichs wollte mir der verantwortliche Security noch einen kleinen Schrecken einjagen, da er mein Flugticket im Stapel nicht mehr wiederfinden konnte. Ich sage euch, das ist nachts um halb 2 in der Wüste, vollkommen übernächtigt ein herrliches Gefühl, wenn der Mensch in gebrochenem Englisch zu erklären versucht, dass er deine Boarding-Card nicht findet.

Aber er fand sie und so ging es dann zu den Vorbereitungen für den zweiten siebenstündigen Flug nach Singapur. Einen Kaffee und noch ein paar Zigaretten auf den Weg. Schließlich hatte ich eine Schachtel gekauft und hatte keine Lust Einfuhrsteuer in Singapur (pro Kippe) zu bezahlen.

Hier noch das versprochene Bild vom Aschenbecher im Transitbereich:

Bild

Der Check-In zog sich dann ein Weilchen, wie schon in Tegel in die Länge. Schuld daran war wohl ein technisches Problem, so dass irgendwann die Leute zu einem anderen Gate mussten und irgendwann später dann an beide Gates einchecken durften. Die Gates lagen direkt nebeneinander und ich beschloss, mich einer Minderheit anzuschließen und zwar derjenigen die einfach so lange sitzen bleiben, bis die Schlange nur noch 4 oder 5 Leute lang ist und mich dann anzustellen. Das ersparte mir etwa eine Stunde Beine in den Bauch stehen und ich frage mich seitdem immer wieder, warum Leute sich immer gleich anstellen und stundenlang in dieser Schlange stehen?! Die Plätze sind durch das Online-Check-In vergeben, wenn ich ankomme sind die meisten Leute schon sortiert und keiner räumt mein Gepäck um und wenn kein Platz für das Handgepäck in den Fächern ist, dann lege ich es unter den Sitz und abfliegen wird der Flieger ohne mich sicherlich auch nicht. Muss so ein zwanghaftes Verhalten sein, dass in Verbindung mit der Tomatensaft-Sache steht.

Das beste kam aber wie immer zum Schluss. Ich war fast einer der letzten in der Schlange und statt mir meinen Boarding-Pass auszuhändigen, meinte der Mensch am Counter, ich hätte ein Upgrade bekommen und würde eine neue Board-Karte erhalten. Kostenlos Business-Class-Upgrade, wenn das mal kein Luxus ist.

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