Reisetagebuch – Singapur – Tag 2

Ich bin ja kein Mensch der großen Wert legt auf Luxus, aber wenn mir einer ein Business-Class-Ticket anbietet werde ich sicher nicht einen Aufstand wagen und mich darüber beschweren.

Es ist schon ein wenig anders, vor allem wenn man den direkten Vergleich zwischen Economy und Business-Class auf einem Flug testen kann. Natürlich haben die meisten Menschen schon mal einen Blick in den Bereich der Business-Class geworfen, meist beim Verlassen des Fliegers, aber es ist schon interessant was da so alles passiert. Man bekommt wirklich den Ar**** nachgetragen, wie man es so schön nennt.

Erstmal stellt sich die Stewardess bei einem persönlich vor und bleibt der Ansprechpartner für den ganzen Flug. Man bekommt jede Menge Give-Aways und viel besseres Essen, am Besten ist jedoch das Platzangebot und der Sitz. Man kann ihn quasi zur Liege umfunktionieren und dann bequem dort schlafen. Die Stewardess weckt auf Wunsch, sofern man ein Frühstück einnehmen möchte. Vorher gab es noch Getränke und Mahlzeiten zum späten Abendessen (nachts halb 3), was mich dazu veranlasste mich über mein etwas missglücktes Abendessen zu ärgern. Das Essen (in meinem Fall Arabic Dinner bestehend aus Humus und Brot) kam dann auch nicht in der obligatorischen Plastebox, sondern wurde ordentlich auf einem Teller drapiert, so dass man den Eindruck hatte es käme aus dem Nobelrestaurant gegenüber der McDonalds-Bude in der die Passagiere der Economy-Class zu speisen pflegten. Wer sich jetzt fragt was man an Humus groß drapieren kann, dem sei gesagt: Gar nichts aber vorher gab es irgendwas das man in größeren Portionen als Lachsbrötchen bezeichnet hätte. Die Portionsgrößen waren natürlich dem Umfeld angepasst. (vornehm aber winzig)

Aber auch hier gab es die Leute, die sich gleich mal einen Scotch o.ä. bestellten, sobald sie im Flugzeug saßen. Wenigstens hier scheint es keine großen Unterschiede zu geben, außer dass in der Business-Class eine Weinkarte existiert die zusammen mit der Menükarte in Leder gebunden in der Mittelkonsole verstaut wird. Größter Nachteil übrigens in  der Business-Class, der Touchscreen des Entertainment-Programms funktioniert nicht wirklich, da man etwa anderthalb Meter vom Monitor entfernt sitzt. (der natürlich etwa 19″ groß ist)

Da ich durch den Kaffee am Flughafen etwas aufgedreht war, beschloss ich noch einen Film zu sehen und dann ins Bett zu gehen. Ich entschied mich für „This Means War“, was sich als weiterer Fehler an diesem Tag herausstellte. Eigentlich hätte das Auftauchen von Till Schweiger als Profikiller eine Warnung sein sollen, aber ich war zu müde um mich noch einmal umzuentscheiden. Alles in allem konnte ich nach diesem absolut anspruchslosen Film super einschlafen. Das beste daran waren wohl immer noch die Kopfhörer und wären das keine Zweikontakter gewesen hätte ich die eventuell mitgnommen.

Netterweise hatte ich von der Flugbegleiterin sowohl einen Pyjama, als auch Zahnbürste, Schlafmaske, Oropax und Socken erhalten und ich glaube so dekadent bin ich noch nie in einem Flugzeug eingeschlafen.

Tief und fest war der Schlaf dennoch nicht, aber dafür das Frühstück um so besser. Waffeln, Brötchen und Orangensaft der zwar bestimmt auch nicht frisch gepresst war, aber vermutlich aus weniger Konzentrat bestand als das was man in der Economy-Class normalerweise bekommt und sogar mit etwas das Fruchtfleisch sein könnte. Aber auch hier wieder etwas das stört, ständig versuchen einem die Flugbegleiter das Geschirr abzuräumen, egal ob da noch die Hälfte drin ist oder nicht. Seh ich etwa so aus, als würde ich einen halben Teller Waffeln stehen lassen oder gehört das bei den Stammfliegern der Business-Class zum guten Ton?

Leider war der Flug zu turbulent, um dann noch die ganzen Kosmetika die man ebenfalls bekommen hatte auszuprobieren um sich frisch zu machen, angefangen beim Lippenbalsam, über das Erfrischungswasser bis zur Gesichtscreme. (ja alles für Männer und in einer schwarzen Waschtasche)

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Aber auch der Flug ging vorbei und so landete ich dann irgendwann gegen 17:30 Uhr Ortszeit in Singapur Changi Airport. An Bord musste ich noch die Zollformalitäten ausfüllen. Nachdem ich auf dem Flughafen telefonisch die letzten Details geklärt und mein Prepaid-Guhaben auf null reduziert hatte, konnte ich dann endlich einreisen. Dann noch ein kurzer Koffercheck und auf ging es in die große Stadt.Sehr schön übrigens auch die Toiletten am Flughafen in Singapur. Es gibt sowohl westliche (WCs) als auch östliche Toiletten (Fußrasten mit Loch im Boden) und man kann die Sauberkaut mittels einem Touchscreen der 5 Smiles anzeigt bewerten. Da hüpft das Herz der Technikverrückten.

Noch am Flughafen besorgte ich mir neben Bargeld erst einmal eine einheimische Sim-Karte, damit ich nicht völlig ohne Kommunikationsmittel durch die Stadt irrte. Natürlich hatten 5 chinesische Jugendliche einer Sportmannschaft die gleiche Idee etwa Minute vor mir und so verzögerte sich mein Aufenthalt noch ein wenig. Dann noch etwas Wasser und los ging es die öffentlichen Verkehrsmittel erkunden. Natürlich konnte ich beim ersten Menschen der an einem Schalter der Verkehrsbetriebe saß nicht einfach eine ZLink-Karte (sowas wie Pre-Paid für ÖPNV) kaufen, nein dazu musste ich auf die andere Seite des Bahnsteigs und weil man in Singapur nur mit Fahrkarte auf den Bahnsteig kommt (RFID-System + Schranke, ähnlich wie NY oder Paris) musste ich quasi eine Etage höher den Bahnsteig umrunden. Das sind Dinge die in solchen Situationen mit 23 Kilo Gepäck auf dem Rücken zu Freudentänzen veranlassen. Aber irgendwie fühlte ich mich dadurch gleich wieder ein bisschen an zu Hause erinnert.

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Auf dem Bahnsteig angekommen, stellte ich dann fest, was bei Wikipedia und in Reiseführern immer mit „auf Recht und Ordnung bedacht“ gemeint ist. Man stelle sich einen Bahnsteig vor, nur dass links und rechts Wände sind, damit keiner die Gleise betritt (dieses System der 2 Türen zum Einsteigen scheint in Asien belibet zu sein) dazwischen drei Plaket und fünf Bänke und auf den Plakattafeln jeweils ein Strauß von etwa 5 Überwachungskameras. Zumindest die Sichtbaren. Dazu die üblichen Aufforderungen sein Gepäck nicht zu verlassen und die mir bis daher eher selten begegnete Aufforderung, auffällige Personen oder auffäliges Verhalten bitte umgehend zu melden. Schon so ein klein bisschen 1984, dachte ich im Stillen bei mir und verzichtete vorerst auf Fotos der Überwachungsanlagen.

Nach nur einmal umsteigen war ich dann auch schon am vereinbarten Treffpunkt und wartete dann nur noch darauf abgeholt zu werden. Gemeinsam ging es dann zum Appartement in dem ich für die Zeit wohnen sollte und als die Taschen abgestellt waren, gin es dann auch gleich weiter zum Abendessen.

Eine der beliebtesten Nahrungsquellen in Singapur sind die sogenannten Food-Stalls. Eigentlich nicht so anders als Imbissbuden bei uns in Deutschland, nur dass in einem Food-Stall zwischen einem halben und zwei Dutzend unterschiedlicher Imbissläden sind und man sich Nationalität und Auswahl beliebig aussuchen kann. Bei Gelegenheit mache ich noch Fotos von einem Food-Stall und von dem was ich dot so zu mir nehme. Es ist doch sehr viel anders als die Dönerbude um die Ecke. Man kann es sich eher als offene Küche vorstellen, vor der ein paar Bänke stehen. Aber immerhin haben sie in Singapur etwas geschafft, was in Deutschland bisher immer wieder nur diskutiert wurde. Es gibt wie in New York ein Bewertungssystem für Sauberkeit und Hygiene, das groß und deutliche sichtbar an den Läden angebracht wird. Wie zuverlässige diese sind und unter welchen Bedingungen diese ausgestellt werden, kann ich zwar im Moment nicht beurteilen, aber sie geben schon mal ein gewisses Maß an Orientierung. Bisher habe ich noch nicht schlechter als Note B ausprobiert und habe es eigentlich auch nicht vor. Dennoch ist das Essen dort meist recht lecker und für 2,50 bis 5 Singapur Dollar (S$) recht erschwinglich, umgerechnet etwa 1,60€ bis 3,20€.

Nach dem Abendessen gings dann auch gleich ins Bett, denn am Freitag abend ging es gleich weiter mit unserer Reise nach Malaysia zum Tauchen auf Tioman, doch dazu später mehr.

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