Wer klaut hier von wem?

„Ich kann Kanzler“ war sicher nicht die beste Sendung des ZDF in diesem Jahr, aber scheinbar hat sie doch Spuren hinterlassen. So trat der Gewinner Jacob Schrot beim Polit-Fernsehduell mit dem Slogan: „Machen statt Meckern“ an und überzeugte bei den Zuschauern scheinbar in allen Bereichen so gut, dass er über 70% in der Endabstimmung erhielt.

Sein Slogan muss bei der Zielgruppe des ZDF (ich glaube ja immer noch an die Klassifizierung 50+ und CDU-Wähler), dass jetzt sogar die CDU selbst ihren Wahlslogan daran anzulehnen schien. Kaum zwei Tage später bekomme ich über Twitter die Mitteilung, dass die neue Devise „nicht meckern, sondern machen“ lautet. So zumindest verkündet es der Generalsekretär persönlich.

Bleibt die Frage, wer hat hier von wem geklaut, Jacob vom neuen Programm der CDU/CSU oder die Werbeleute der Union? Es ist übrigens sehr widersprüchlich was man über Jacob und seine Parteizugehörigkeit liest. Die FAZ bezeichnet ihn als CDUnahe und parteilos aber die Berliner Zeitung zeigt in ihrem Interview sehr eindeutig, dass er wohl doch Mitglied ist.

Ein weiteres Interview nach dem Wahlsieg kann man übrigens auch in der Berliner nachlesen.

Wenn man aber von diesem komischen Zufall (?) absieht halte ich nicht sonderlich viel von „Ich kann Kanzler“, gut Redetalent hatten sie alle, Jacob vielleicht am Meisten, aber auch nur weil er am häufigsten was zu sagen hatte.
Das was politisch rüber kam war langweilig und altbekanntes Gelaber, was man aus tausenden Debatten kannte. Somit bringen meiner Meinung nach diese neuen Politiker nichts neues in die Gesellschaft. Von Wissen kann bei den Fragen, die den Kandidaten gestellt wurden auch nicht sprechen. Ich finde es hat nicht einmal etwas mit Allgemeinbildung zu tun, wenn man weiß was der Lieblingszeitvertreib von Konrad Adenauer war (Bocchia) oder wie hoch das Kindergeld ist. Außerdem waren die Spitzenpolitiker auch nicht besser, wie Frau Künast bewiesen hat.

Traurig ist auch die Tatsache, dass 180.000 Zuschauer bei sowas anrufen und abstimmen und für eine Petition gegen die Internetsperre kommen in einem Monat gerade mal 134.000 Unterschriften zusammen.

Alles in allem war „Ich kann Kanzler“ ein Experiment, das scheiterte, allerdings ärgere ich mich ein wenig, dass ich mich damals nicht beworben habe.

Viel zu gut kenne ich solche Planspiele von Parteijugendlichen und genau das ist in meinen Augen ein 18jähriger CDU-Jugendlicher mit 16 (!) Ehrenamtsposten. Frage mich wie er da noch was machen will, bei all den Posten, ich hatte zu Schulzeiten 3 Ämter und habe das kaum geschafft und die Leute, die ich kannte, mit vergleichbarer Ämterzahl waren Worcaholics ohne Privatleben. Aber selbst die hatten mehr Profil als Jacob. Aber wie heißt es so schön? Jedes Land bekommt die Politiker die es verdient.

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