Demo Löschen statt Speren am 20. Juni 2009

Samstag, das Gesetz gegen Internetzensur wurde verabschiedet, doch der Kampf war noch nicht aufgegeben. Auch wenn ich nicht so häufig auf Demos bin in den letzten Jahren und nicht einmal an der Großdemo zum Bildungsstreik teilgenommen habe (war aus Studiengründen verhindert), beschloss ich mich in die Demo gegen #Zensursula einzureihen.

Treffpunkt Willy-Brandt-Haus, 12 Uhr und schon unterwegs traf man die ersten Informatikstudenten, ausnahmsweise mal im Real-Life. Zu Beginn der Demo waren noch nicht so viele Leute anwesend, noch weniger als ich ursprünglich erwartet hatte aber so langsam füllte sich dei Kreuzung vor der SPD-Zentrale. Irgendwann beschwerte sich die Polizei, dass wir doch auf der falschen Straßenseite stehen würde und wie es sich für die deutsche Bürokratie gehört, mussten wir eine Viertel Stunde bevor die Straße für uns gesperrt wurde, die Straße überqueren, um uns auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig zu sammeln.

Dann ging es in Richtung Potsdamer Platz und ich schätze mal es waren um die 500 Leute, vielleicht auch ein paar mehr, ich habe lange keine Demo mehr geschätzt. Unterwegs hörte ich dann zum ersten Mal das neue Protestlied der Bewegung. Sicher es mag etwas auf Partymusik gemacht sein, aber so schlimm finde ich es jetzt auch nicht, es passt mit seiner albernen Grundhaltung auf sehr ironische Weise zum Protest, wenn man beobachtet wie ernst der Kampf der 9%-Internetcommunity (Rede Bundestag) von der Politik genommen wird. Letztendlich kann man über Geschmack und Kunst immer streiten und die Leute, denen der Song nicht gefällt können gerne eine Alternative produzieren, ich werde ihn mir gerne anhören.

Das Wetter spielte mit und irgendwann erreichten wir, den Potsdamer Platz. Dort angekommen gab es noch ein paar Reden unter anderem von Ströbele und Tauss (wobei Tauss auch schon am Anfang der Demo seine Situation in der SPD geschildert hatte). Mal nebenbei, es kam auf der Demo Kritik auf, dass die Linkspartei zu großen Teilen nicht anwesend war, als das Thema am Donnerstag beschlossen wurde. Allerdings steht im Sitzungsprotokoll des Bundestages das Gegenteil. Gregor Gysi und ein Vertreter für Oskar Lafontaine haben mit NEIN gestimmt, ebenso meine Direktkandidatin Gesine Lötzsch.

Am Ende verkündete Tauss noch seinen Eintritt in die Piratenpartei und schon las man am nächsten Tag in der Zeitung, wieder von der Piratenpartei als Gruppe von Internetnutzern die Raubkopien legalisieren wollen. Ein hoch auf den Profi-Journalismus der bei dpa abschreibt.

Pünktlich zum Ende der Demo begann dann auch der Regen, der uns die ganze Demo über verschont hatte und beendete die Veranstaltung. Ich hoffe wir sehen uns alle am 12. September 2009 zur Großdemo in Berlin.

weitere Infos über die Demo am Samstag findet ihr im Wiki von Löschen statt Sperren.

Zum Abschluss noch ein paar Fotos:

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2 Antworten zu Demo Löschen statt Speren am 20. Juni 2009

  1. Manuel Hoffmann schreibt:

    Ich bin ja schon grad n bissl neidisch auf dich… hier in der Pfalz hat man fast keine Gelegenheit, ohne größeren Reiseaufwand bei sowas mitzuwirken.

    Und endlich schreibt das mal jemand: „Letztendlich kann man über Geschmack und Kunst immer streiten und die Leute, denen der Song nicht gefällt können gerne eine Alternative produzieren, ich werde ihn mir gerne anhören.“
    Hey, es klingt nach Partymusik für die ach so Politikverdrossene Partyjugend – who cares? Meinungsfreiheit äußert sich auch in der Kunst 🙂

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