Warum ich gegen die Internetsperre bin

Seit einiger Zeit gibt es eine Diskussion über die Indizierung und Sperrung von Internetseiten. Angestoßen von einem Gesetzentwurf unserer Familienministerin sollen Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalt gesperrt werden.

Eine sicher gut gemeinte Idee, der ich aber dennoch nicht zustimmen kann. Persönlich vertrete ich die Meinung, dass Leuten, die solche Sachen anschauen, sammeln, erstellen usw. gewisse Körperteile unter dem Einsatz grötmöglicher Schmerzen entfernt werden sollen und dennoch ist eine Internetsperre der absolut falsche Weg dagegen vorzurgehen.

Zum einen wird auf diesem Weg nichts aktiv gegen Kinderpornographie im Netz unternommen, denn jeder mit ein wenig Interneterfahrung kann nationale Filtermaßnahmen umgehen und außerdem gibt es neben dem normalen Angebot von Webseiten noch Filesharing, Usenet und andere Wege der Verbreitung. Eine Zensur durch das BKA ist abzulehnen! Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der eine Polizeibehörde entscheidet, welche Internetseiten ich sehen soll und welche nicht, hinzu kommt, dass solche Maßnahmen jederzeit ausgeweitet werden können. Schon jetzt gibt es erste Stimmen, die eine solche Ausweitung auf andere Bereiche forrdern. Die Erfahrungen der Maut zeigen, dass es dann nicht mehr lange dauert bis ein weiterer Ausbau erfolgt. Schließlich kann man den unmündigen Bürger in Zukunft gleich noch vor Angeboten extremistischer Parteien, Verletzungen des Urheberrechts oder unangenehmer Meinungen im Internet schützen.

So weit darf es in einem Land, das sich die Pressefreiheit so auf die Fahnen geschrieben hat wie die Bundesrepublik Deutschland, nicht kommen. Wie gesagt, es geht mir hier nicht um den Schutz irgendwelcher Freunde von Kinderpornographie, es geht hier allein um die Frage des unzensierten Netzes und gegen die Kontrolle durch den Staat oder noch viel schlimmer, die Kontrolle durch eine Polizeibehörde. Deshalb unterstütze ich die Online-Petition gegen Indizierung und Internetsperre und fordere alle auf, dies ebenfalls zu tun.

Siehe auch folgenden Artikel in SPON.

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